Archiv für Mai 2014

Redebeitrag gegen den Kongress für „Sexualethik und Seelsorge“

Redebeitrag vom Autonomen FrauenLesbenReferat Marburg & vom Bündnis Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus
vom 23. Mai 2014 auf der Demo gegen den Kongress für Sexualethik und Seelsorge vom Weißen Kreuz

Das Weiße Kreuz ist überrascht von den Reaktionen auf ihren Kongress – doch spätestens seit den Protesten gegen den Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge 2009 in Marburg sollte klar sein, dass wenn fundamentalistische Christ_innen ihre fragwürdigen Ansichten verbreiten, wir uns dem immer entgegenstellen. Und wir werden auch in Zukunft nicht müde werden!
Entgegen der Aussagen des Weißen Kreuzen lehnen wir nicht nur einzelne Referent_innen ab, sondern den gesamten Kongress für Sexualethik und Seelsorge, die Organisator_innen und auch die Teilnehmer_innen. Das Weißen Kreuz wendet sich nicht nur gegen Homosexualität sondern vertritt auch eine zutiefst frauenfeindliche konservativ-christliche Sexualmoral. Lesbischer Sex kann in diesem Weltbild gar nicht existieren, denn ohne männliche Penis-Penetration ist eine Frau gar keine Frau. Denn nur in ihrer Rolle als Mutter kann eine Frau ihre Bestimmung erfüllen. Frauen haben demnach generell kein sexuelles Verlangen. Wenn sie diesem dennoch nachgehen, und zwar außerhalb der monogamen heterosexuellen Ehe, gelten sie als Schlampen, Huren und Nutten. Hier schreitet das Weiße Kreuz zur Rettung ein. Mit „Hilfe und Beratung“ sowie verschiedenen Broschüren versuchen sie auf den rechten, nämlich einen christlich-konservativen Sexualpfad zurückzuführen. Dass sie damit bevormunden, Frauen das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität absprechen und Gewalt ausüben verschwindet schnell hinter dem Bild der gutmütigen, hilfsbereiten Christ_innen.
Wir haben kein Bock auf diese Sexualmoral. Wir finden jede kann vor, nach, ohne Ehe so viel Sex haben mit wem, wann, wie und wie viel sie möchte. Sie kann dies auch als Erwerbstätigkeit tun. (mehr…)

DEMO GEGEN DEN KONGRESS „SEXUALETHIK UND SEELSORGE“

23. Mai 2014 in Kassel

KEIN RAUM FÜR SEXISMUS, HOMOPHOBIE UND RELIGIÖSEN FUNDAMENTALISMUS!

In Kassel findet Ende Mai ein Kongress zum Thema Sexualethik und Seelsorge statt. Organisiert wird das Ganze vom Weißen Kreuz. Dieses vertritt eine stark konservativ-christliche Sexualmoral und sieht Homosexualität und Pädophilie gleichgestellt nebeneinander.

Als Referent_innen sind u.a. die Leiterin des Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG), eine Ex-Gay-Dachorganisation, Christl Ruth Vonholdt sowie Markus Hoffmann, Leiter der umstrittenen Organisation Wüstenstrom eingeladen. Diese ist eine psychologische Beratungsorganisation, deren Hauptaufgabe die ‚Heilung‘ von Homosexualität zu sein scheint. Markus Hoffmann schreibt in der Idea Spektrum (2006): „Nach unserer Ansicht beurteilt der biblische Befund gelebte Homosexualität eindeutig als Sünde.“ Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten die zahlreichen Referent_innen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einziges Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht.

Um den Kongress nicht kommentarlos vorübergehen zu lassen, hat sich ein Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie dem CSD Kassel, Parteien und Hochschulreferaten gegründet.

Wir finden es wichtig, eine linksradikale Perspektive mit einzubringen und rufen deshalb dazu auf, am 23. Mai gemeinsam nach Kassel zu fahren. Uns geht es nicht nur darum, besorgt auf die Homohasser_innen zu blicken, sondern vielmehr darum, das rechtskonservative Weltbild und den gesellschaftlichen Einfluss evangelikaler Strukturen aufzuzeigen und dem etwas entgegenzusetzen.

Für sexuelle Selbstbestimmung! Fundis wegboxen!

Demo: Freitag, 23. Mai 2014 // 16 Uhr // Hauptbahnhof-Vorplatz Kassel
Treffpunkt in Marburg: Zugabfahrt 14.20 Uhr // Hauptbahnhof Marburg

Wer die Fundis direkt ärgern möchte:
Kundgebung direkt vor dem Tagungsgebäude (Leuschtnerstraße 72b)
Samstag, 24. Mai 2014 // 14-16 Uhr