Wer auch immer der Täter ist

Bis eben haben wir ein Schreiben von der Gruppe Solidarische Feministinnen über die physische und psychische Gewalt eines vermeintlich feministischen Mannes veröffentlicht. Die Ereignisbeschreibungen in dem Text beziehen sich nicht auf Marburg, was den Inhalt nicht weniger relevant für die Strukturen hier vor Ort macht. Wir als Autonomes FrauenLesbenReferat finden es unabdingbar, auf Gewalt in linken und feministischen Kontext hinzuweisen. Auseinandersetzung und Konfrontationen mit Gewalt gegen Frauen* ist immer und überall notwendig. Auch ohne diesen Text.
Auf Grund der Androhung von rechtstaatlichen Sanktionen ist der Text vorerst hier nicht mehr online. Wir sehen in dieser Androhung ein Instrument, feministische Arbeit zu diskreditieren und gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen unsichtbar zu machen. Sich in einem links-feministischen Kontext an einem solchen Punkt auf einen Rechtsstaat zu berufen, hat unserer Meinung nach wenig mit einer politischen Auseinandersetzung zu tun. Darüberhinaus besteht eine Auseinandersetzung mit ausgeübter Gewalt gegenüber Frauen* nicht darin, diese zu negieren, sondern vielmehr geht es darum eine kritische Selbstreflexion anzustrengen.
Wenn von antifeministischer Seite aus sich solidarisiert wird im Sinne von der „Feind meiner Feinde ist mein Freund“, zeigt es nochmal deutlicher, wie in diesem Fall die „Männersolidarität“ über allem zu stehen scheint – und die Gewissheit, dass das was Frauen* über Männergewalt sagen, nie so richtig geglaubt wird. Der Täter wird zum Opfer.
Diese Reaktionen sind Teil des Problems.

-AFLR Marburg-