Archiv für Februar 2018

Vorabenddemo zum 8.März


Wir sind – immer noch – verdammt wütend

Am ersten internationale Frauen*Kampftag 1911 gingen Frauen* für eine Gleichstellung auf rechtlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie für selbstbestimmte Sexualität und körperlicher Unversehrtheit auf die Straße. Frauen* , Trans* und Interpersonen haben bis heute vieles erkämpft, aber vieles ist heute so aktuell wie damals. Hier und überall. Lohnungleichheit, fortwährende Doppelbelastung vieler Frauen* und somit ungleiche gesellschaftliche Teilhabe bestehen weiterhin. Somit geht unser Kampf gegen jede Form von Diskriminierung weiter. Unsere patriarchale Gesellschaft baut nicht nur auf einem sexistischen Normalzustand, sondern fußt auf der Kategorisierung von Menschen in unterschiedlich wertvoll, in Bezug auf bspw. Herkunft, Sexualität und/oder Verwertbarkeit.

Our bodies…!

Noch immer bestimmen patriarchale Strukturen über unsere Körper. Sexualisierte Gewalt ist alltäglich.Sichere Räume sind eine Illusion. Nicht nur beim Feiern gehen. Nein, es passiert in der Uni, auf der Arbeit, in der Bahn oder zu Hause. Lasst uns diese Räume zurück erobern. Es sind unsere Räume!Die Selbstbestimmung über unseren Körper wird Frauen* auch bei der Entscheidung für oder gegen Kinder immer noch abgesprochen. Wir dürfen dieses Thema nicht den Fundis überlassen! Es gilt weiterhin: der Paragraph 218 muss weg! Wir unterwerfen uns nicht irgendwelchen „Schönheitsidealen“, wir lassen uns von Gesetzen nicht fremdbestimmen und feiern ganz sicher nicht die heteronormative Kleinfamilie als das einzig wahre Lebensziel. Wir fordern vielfältige solidarische Lebensweisen, Lieben und begehren wen wir wollen und wie wir wollen. My Body my choice!

Our streets…!

Diese selbstverständliche Annahme, dass du schon ausweichen wirst, wenn dir die Männergruppe grölend auf dem Fußweg entgegen kommt und du auf die Fahrbahn ausweichen musst. Diese Tatsache, dass zur Seite gehst, wenn ein Typ in der Kantine sich an dir vorbei drückt. Was passiert wenn du das nicht machst? Du wirst unangenehm berührt oder wirst angepöbelt. Das Patriarchat ist allgegenwärtig. Menschen glauben kommentieren zu dürfen was wir für Kleidung tragen. Unerwünschte Annäherungsversuche und sexistische Anmachen sind doch „nur ein Kompliment“. Gegen den alltäglichen Sexismus!

Our nights…!
Frauen* wird vermittelt sie könnten nicht ohne ein ungutes Gefühl zu allen Tages- und Nachtzeiten alle Orte aufsuchen, die sie möchten. Wir wollen uns überall dort bewegen wo wir wollen, wann wir wollen, gekleidet wie wir wollen. Frauen* werden instrumentalisiert um ein krudes Sicherheitskonzept und rassistische Meinungsmache zu implementieren. Sexualisierte Gewalt und Sexismus muss überall bekämpft werden – egal von wem sie ausgeht, egal wer sie erleidet! Lasst uns gemeinsam Solidarität feiern statt Konkurrenz! Wir kämpfen für einen solidarischen und radikalen Feminismus, der selbstbestimmte Autonomie über unsere Körper, unsere Leben und Lieben fordert. Am 07.03. mit uns auf die Straße gehen und laut oder leise, tanzend oder nicht, wütend und hoffnungsvoll, unsere Straße und unsere Nacht feiern.

8. März ist alle Tage!

IN OUR HANDS: Community Accountability bei (sexualisierter) Gewalt

- Anmeldung für all gender* unter autonomesfrauenlesbenreferat@googlemail.com

Was bedeutet Verantwortlichkeit in deiner ‘community’/ deinem Umfeld? Was bedeutet das für dich? Was würdest du machen, wenn etwas gewaltvolles, verletzendes zwischen Freund_innen, Mitbewohner_innen oder Menschen einer Gruppe, der du angehörst, passiert? Gibt es in deinem Umfeld eine Vorstellung davon, wie damit umgegangen werden kann, wenn eine dir bekannte und_oder vertraute Person sexualisierte Gewalt oder Gewalt in einer nahen Beziehung erfährt?

Am ersten Tag des zweitägigen Workshops wollen wir uns mit dem Konzept Community Accountability auseinander setzen, das von Organisationen in den USA wie Incite! Women of Color Against Violence entwickelt wurde, um Unterstützungsarbeit, Präventionsarbeit, Arbeit mit gewaltausübenden Personen und politischen Aktivismus miteinander zu verbinden. Es geht darum, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für die Gewalt die in unserem Umfeld passiert. Eine wichtige Basis dafür ist ein durch das Umfeld organisierter, transparenter Prozess, abseits von Polizei, Gericht und anderen staatlichen Institutionen, die Gewalt und Unterdrückung aufrechterhalten.

Am zweiten Tag des Workshops liegt der Fokus mehr auf der Arbeit mit gewaltausübenden Menschen: Dynamiken, die es braucht um an Gewalt zu arbeiten und um gewaltvolles Verhalten zu konfrontieren und / oder zu verändern und um kollektive Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen Menschen in der Verantwortung zu halten. Transformative Justice sucht nach verändernden statt bestrafenden Wegen um Gewalt in unseren Umfeldern zu benennen. Grundlage ist die Annahme, dass individuelle Gerechtigkeit für Betroffene / Überlebende und soziale Gerechtigkeit für alle miteinander zusammen hängen.

Am zweiten Workshop kannst du nur teilnehmen, wenn du den ersten auch besuchst, weil diese aufeinander aufbauen. Wenn du aber schon mal woanders einen grundlegenden Workshop zu Community Accountability besucht hast, ist es ok, wenn du nur am zweiten Tag dazu kommen willst.