Vorabenddemo zum 8.März


Wir sind – immer noch – verdammt wütend

Am ersten internationale Frauen*Kampftag 1911 gingen Frauen* für eine Gleichstellung auf rechtlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie für selbstbestimmte Sexualität und körperlicher Unversehrtheit auf die Straße. Frauen* , Trans* und Interpersonen haben bis heute vieles erkämpft, aber vieles ist heute so aktuell wie damals. Hier und überall. Lohnungleichheit, fortwährende Doppelbelastung vieler Frauen* und somit ungleiche gesellschaftliche Teilhabe bestehen weiterhin. Somit geht unser Kampf gegen jede Form von Diskriminierung weiter. Unsere patriarchale Gesellschaft baut nicht nur auf einem sexistischen Normalzustand, sondern fußt auf der Kategorisierung von Menschen in unterschiedlich wertvoll, in Bezug auf bspw. Herkunft, Sexualität und/oder Verwertbarkeit.

Our bodies…!

Noch immer bestimmen patriarchale Strukturen über unsere Körper. Sexualisierte Gewalt ist alltäglich.Sichere Räume sind eine Illusion. Nicht nur beim Feiern gehen. Nein, es passiert in der Uni, auf der Arbeit, in der Bahn oder zu Hause. Lasst uns diese Räume zurück erobern. Es sind unsere Räume!Die Selbstbestimmung über unseren Körper wird Frauen* auch bei der Entscheidung für oder gegen Kinder immer noch abgesprochen. Wir dürfen dieses Thema nicht den Fundis überlassen! Es gilt weiterhin: der Paragraph 218 muss weg! Wir unterwerfen uns nicht irgendwelchen „Schönheitsidealen“, wir lassen uns von Gesetzen nicht fremdbestimmen und feiern ganz sicher nicht die heteronormative Kleinfamilie als das einzig wahre Lebensziel. Wir fordern vielfältige solidarische Lebensweisen, Lieben und begehren wen wir wollen und wie wir wollen. My Body my choice!

Our streets…!

Diese selbstverständliche Annahme, dass du schon ausweichen wirst, wenn dir die Männergruppe grölend auf dem Fußweg entgegen kommt und du auf die Fahrbahn ausweichen musst. Diese Tatsache, dass zur Seite gehst, wenn ein Typ in der Kantine sich an dir vorbei drückt. Was passiert wenn du das nicht machst? Du wirst unangenehm berührt oder wirst angepöbelt. Das Patriarchat ist allgegenwärtig. Menschen glauben kommentieren zu dürfen was wir für Kleidung tragen. Unerwünschte Annäherungsversuche und sexistische Anmachen sind doch „nur ein Kompliment“. Gegen den alltäglichen Sexismus!

Our nights…!
Frauen* wird vermittelt sie könnten nicht ohne ein ungutes Gefühl zu allen Tages- und Nachtzeiten alle Orte aufsuchen, die sie möchten. Wir wollen uns überall dort bewegen wo wir wollen, wann wir wollen, gekleidet wie wir wollen. Frauen* werden instrumentalisiert um ein krudes Sicherheitskonzept und rassistische Meinungsmache zu implementieren. Sexualisierte Gewalt und Sexismus muss überall bekämpft werden – egal von wem sie ausgeht, egal wer sie erleidet! Lasst uns gemeinsam Solidarität feiern statt Konkurrenz! Wir kämpfen für einen solidarischen und radikalen Feminismus, der selbstbestimmte Autonomie über unsere Körper, unsere Leben und Lieben fordert. Am 07.03. mit uns auf die Straße gehen und laut oder leise, tanzend oder nicht, wütend und hoffnungsvoll, unsere Straße und unsere Nacht feiern.

8. März ist alle Tage!

IN OUR HANDS: Community Accountability bei (sexualisierter) Gewalt

- Anmeldung für all gender* unter autonomesfrauenlesbenreferat@googlemail.com

Was bedeutet Verantwortlichkeit in deiner ‘community’/ deinem Umfeld? Was bedeutet das für dich? Was würdest du machen, wenn etwas gewaltvolles, verletzendes zwischen Freund_innen, Mitbewohner_innen oder Menschen einer Gruppe, der du angehörst, passiert? Gibt es in deinem Umfeld eine Vorstellung davon, wie damit umgegangen werden kann, wenn eine dir bekannte und_oder vertraute Person sexualisierte Gewalt oder Gewalt in einer nahen Beziehung erfährt?

Am ersten Tag des zweitägigen Workshops wollen wir uns mit dem Konzept Community Accountability auseinander setzen, das von Organisationen in den USA wie Incite! Women of Color Against Violence entwickelt wurde, um Unterstützungsarbeit, Präventionsarbeit, Arbeit mit gewaltausübenden Personen und politischen Aktivismus miteinander zu verbinden. Es geht darum, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für die Gewalt die in unserem Umfeld passiert. Eine wichtige Basis dafür ist ein durch das Umfeld organisierter, transparenter Prozess, abseits von Polizei, Gericht und anderen staatlichen Institutionen, die Gewalt und Unterdrückung aufrechterhalten.

Am zweiten Tag des Workshops liegt der Fokus mehr auf der Arbeit mit gewaltausübenden Menschen: Dynamiken, die es braucht um an Gewalt zu arbeiten und um gewaltvolles Verhalten zu konfrontieren und / oder zu verändern und um kollektive Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen Menschen in der Verantwortung zu halten. Transformative Justice sucht nach verändernden statt bestrafenden Wegen um Gewalt in unseren Umfeldern zu benennen. Grundlage ist die Annahme, dass individuelle Gerechtigkeit für Betroffene / Überlebende und soziale Gerechtigkeit für alle miteinander zusammen hängen.

Am zweiten Workshop kannst du nur teilnehmen, wenn du den ersten auch besuchst, weil diese aufeinander aufbauen. Wenn du aber schon mal woanders einen grundlegenden Workshop zu Community Accountability besucht hast, ist es ok, wenn du nur am zweiten Tag dazu kommen willst.

Einladung zur Vollversammlung

des Autonomen FrauenLesbenReferats (AFLR)

zur Wahl der neuen Referentinnen

am 18.01.2018 um 18 Uhr im AFLR
(im AstA Marburg, Raum 11, Erlenring 5, Marburg)

Vorläufige Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Festlegung der Tagesordnung
3. Wahl der Protokollantin und Versammlungsleiterin
4. Rechenschafts- und Finanzbericht der Referentinnen
5. Wahl der Referentinnen
6. Sonstiges

Eingeladen sind alle Studentinnen* der Philipps-Universität Marburg. Laut Satzung des AFLRs sind Gründe zum Ausschluss von der Mitarbeit sexistisches, rassistisches, antisemitisches und nationalistisches Verhalten sowie Diskriminierung mit Behinderung oder gegenüber Minderheiten, Verletzungen von Persönlichkeitsrechten und herabwürdigende Äußerungen in persönlicher und allgemeiner Weise.

Riot grrrl Kneipe mit feministischem Kneipenquiz – 8. Dezember

Am Freitag, den 8.12 um 21:30 Uhr startet das feministische Kneipenquiz in der riot grrrl Kneipe im Havanna 8. Bring your friends! Zeigt was ihr wisst, ratet und denkt, das alles bei Bier und Brause – für Ruhm, Ehre und Preise.
Die riot grrrl Kneipe ist all gender.

Presented by Havanna 8 und den Autonomen FrauenLesben

25 November 2017 – Ein Hashtag reicht nicht aus!

Wir wollen auch dieses Jahr wieder am 25.11. auf die Straßen gehen, um gegen Gewalt gegen Frauen* zu demonstrieren. Es braucht mehr als einen Hashtag im Internet um die Gewalt, welche Frauen* in unserem Umfeld und auf der ganzen Welt tagtäglich widerfährt, anzuprangern!

Die kürzlich gestartete #metoo Kampagne rüttelte einige wach. Aber es ist im Endeffekt keine Überraschung, dass auch eine weltberühmte Filmindustrie Frauen* in ihren Reihen hat, die Opfer von sexualisierter Gewalt werden. Und ja, die Täter sind Regisseure und Schauspieler. Einen Blick nach Hollywood braucht es aber gar nicht erst um das zu realisieren. Denn auch in unserem eigenen Umfeld erleben Frauen* diese Form der Gewalt. Der feministische Kumpel, der Ehemann, der beste Freund vom Freund. Wir wiederholen uns. Jahr um Jahr. Weil die Gewalt Jahr um Jahr immer noch nicht aufhört. Schon in der Schule fängt es an: Über die Hälfte der jugendlichen Mädchen hat schon mindestens einmal nicht-körperliche oder körperliche sexualisierte Gewalt erlebt. Ab 13 steigt das Risiko sexualisierte Gewalt zu erleben exponentiell an (SPEAK-Studie, 2017).

Diese Gewalt wird normalisiert und hingenommen, stattdessen wird die Angst vor dem rassifizierten Fremden geschürt. Mit der AfD im Bundestag werden Projekte gegen Gewalt mehr und mehr gefährdet. Denn hinter der Gewaltanalyse der AfD steckt nicht das Erkennen von patriarchalen Strukturen, welche sich auf alle Geschlechter auswirken, sondern Rassismus. Damit bleibt die Gewalt gegen Frauen* im Außen und statt des Feminismus wird alltäglicher Rassismus gestärkt.

Die ersten Urteile nach der „Nein heißt Nein“ Gesetzesänderung versprechen nicht viel Hoffnung. Es wird immer noch diskutiert, was denn nun ein Nein wäre und wie Täter es erkennen könnten, so, als würde es zu viel abverlangen, Sexualität und miteinander Leben einvernehmlich zu gestalten.

Vom Staat können wir also nichts erwarten. Das verwundert uns nicht. Alles muss man selber machen. Darum heißt es, Frauen*räume zu stärken, feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung zu fördern und solidarisch miteinander sein. Die einzige Chance, das patriarchale System zu zerschlagen, haben wir, wenn es für Täter(*innen) so ungemütlich wird, dass sie keinen Raum mehr kriegen für ihre Gewalt. Und das fängt an bei jedem sexistischen Spruch, jedem abwertenden Blick und jeder wie zufällig wandernden Hand. Wir haben uns das lange genug gefallen lassen. Jede Kleinigkeit werden wir angreifen, uns zusammen zur Wehr setzen und keine* dabei alleine lassen.

Geht mit uns am 25. November auf die Straße! Treffpunkt 17 Uhr am Hauptbahnhof in Marburg!

Info: Die Route geht nicht durch die Oberstadt und ist damit berollbar.

*Das Sternchen steht dafür, dass Frauen als Begriff ist erklärungswürdig ist. Wir meinen damit alle Frauen, ob groß klein, lesbisch, bi oder hetero, trans oder cis oder weder noch, behindert und nicht behindert, leise oder laut.

Gießener Ärztin nach §219a angeklagt

https://www.change.org/p/deutscher-bundestag-informationsrecht-f%C3%BCr-frauen-zum-schwangerschaftsabbruch


Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch

Ich bin Ärztin und wurde nach §219a von Abtreibungsgegnern angezeigt

Am 24.11. um 10 Uhr muss ich mich vor dem Amtsgericht Gießen verteidigen. Auf meiner Homepage ermögliche ich Interessierten, über einen Link Informationen zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. Ich informiere über die gesetzlichen Voraussetzungen, sowie über die Methoden und Risiken des Schwangerschaftsabbruchs. Außerdem ermögliche ich Interessierten ein persönliches Gespräch.

Diese neutrale Mitteilung interpretieren Abtreibungsgegner als Werbung. Ich werde seit mehr als 10 Jahren wiederholt von Abtreibungsgegnern, u.a. der „INITIATIVE NIE WIEDER“ e.V. wegen Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft (§219a StGB) angezeigt. Die Verfahren wurden jeweils beim Amtsgericht Gießen eingestellt. Die letzte Anzeige erfolgte im Herbst 2016. Diesmal hat ein Giessener Staatsanwalt Anklage erhoben. Das Hauptverfahren wurde eröffnet.

Die Abtreibungsgegner benutzen den §219a regelmäßig, um Ärzte anzuzeigen, zu belästigen, einzuschüchtern. Sie führen auf ihren Websites Listen von Ärzten und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen und listen dort auch die unzähligen Strafanzeigen auf, die bisher gestellt wurden.

Es gibt in Deutschland ausführliche gesetzliche Regelungen sowohl im Bereich des Arztwerberechts als auch im Rahmen des Strafgesetzbuchs die Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch. Der §219a ist veraltet und überflüssig. Er behindert das Anrecht von Frauen auf sachliche Informationen. De facto entscheiden die Beratungsstellen, wo die Frauen zum Schwangerschaftsabbruch hingehen können, da viele Ärzte eingeschüchtert sind und ihre sachlichen Informationen von den Websites herunternehmen aus Angst vor Strafverfolgung. Auch und gerade beim Thema Schwangerschaftsabbruch müssen Frauen freie Arztwahl haben und sich medizinisch sachlich und richtig informieren können.

Ich bin für das Recht von Frauen, sich im Internet über angebotene Leistungen von Ärzten und Ärztinnen zum Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Informationsrecht ist ein Menschenrecht. Der §219a behindert dieses Recht.

Bitte unterstützen Sie meine Petition.

---------

§ 219a Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder
Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Beim §219a handelt es sich um einen Strafrechtsparagraphen aus dem Jahr 1933, der ursprünglich geschaffen wurde, um u.a. jüdische Ärzte zu kriminalisieren und ein Klima zu schaffen, in dem letztlich dann 1943 die Strafrechtsnorm nach eugenischen und bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten umstrukturiert wurde. Im Zuge der Gesetzesänderungen zum Schwangerschaftsabbruch wurde der §219a jeweils nur leicht verändert. Er wurde allerdings kaum angewandt.